Nächstes Walachenzüchtertreffen  

15. - 17. Oktober 2021 bei der Züchtergemeinschaft ABeZeh (Markus Adam, Uwe Beppler und Lea Zehme in 35633 Lahnau!

Programm:

-  Begrüßung neuer Züchterinnen und Züchter

- Austausch zum Stand der Zucht

- Ideen und Vorbereitung zu „Walachenschaf – gefährdete Rasse des Jahres 2022“

  der GEH. Welche Aktionen wollen wir machen, welche Veranstaltungen besuchen?

- Gemeinsame Jungbockweide im Jahr 2022

- Nutzung eines gemeinsamen Logos/Zeichens? Bitte Vorschläge mitbringen.

- Vorstellung/Verkostung von eigenen Produkten (Wollprodukte, Lebensmittel, etc.)


Zum Züchtertreffen können gerne Tiere zum Tausch/Verkauf mitgebracht werden; Horden

stehen in gewisser Anzahl für die Unterbringung zur Verfügung. Vor dem Treffen ist ein

Suche/Biete-Austausch über Christel und Silvia sinnvoll.


Kontakte:         Christel Simantke: simantke@bat-witzenhausen.de , 0170/4379615.  und

ANMELDUNG: Uwe Beppler; ubeppler@t-online.de , 06441 64767


Für die Anmeldung zum Treffen gebt ihr bitte neben der Personenzahl auch an, wo ihr

übernachten möchtet. Da gibt es zum einen die kostenfreien Privatunterkünfte bei der

Familie Beppler-Zehme und bei Familie Adam (siehe hier: www.alte-furt.de) und zum

anderen gewerbliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir planen, dass wir am Samstag und

Sonntag gemeinsam frühstücken, sodass hier nur die Übernachtung gebucht werden

müsste.


- www.heuhotel-marktschaenke.de in Heuchelheim, ein Nachbarort von Lahnau  

  (bitte selbst buchen)  

-  www.das-kleine-hotel-lahnau.de   in Lahnau-Waldgirmes  

  (bitte selbst buchen)


Die Verpflegung für das Züchtertreffen wird vor Ort organisiert - kulinarische Beiträge

für die Frühstückstafel sind herzlich willkommen. Bitte gebt bei der Anmeldung an, ob ihr

vegane/vegetarische Verpflegung wünscht bzw. Lebensmittelunverträglichkeiten

bestehen.


In welchen Räumen wir das Treffen durchführen, richtet sich nach der angemeldeten

Personenzahl und entscheiden wir hier spontan. Die Beschreibung des Ortes für die erste

Anlaufstelle am Freitag senden wir euch vorher per Mail zu.


Programm für das Walachen-Züchter/innen Treffen 2021

Freitag, 15.10.2021:

Ankommen ab Nachmittag und eventuell mitgebrachte Tiere versorgen – für unsere Verpflegung

ist gesorgt

- Begrüßung und Kennenlernen neuer Züchterinnen und Züchter, mitgebrachte digitale

  Bilder aus 2021 geben einen ersten Eindruck der Tierbestände der TeilnehmerInnen


Samstag, 16.10.2021

Gemeinsames Frühstück

- Das Walachenschaf – gefährdete Rasse des Jahres 2022 der GEH.  

  Welche Aktionen wollen wir veranstalten, welche Veranstaltungen (Schäferei, Zucht,

  Märkte, Umweltschutz, Landschaftspflege, ...) wollen wir besuchen? Gibt es Info-Material

  für uns von der GEH oder müssen wir selbst aktiv werden?

- Wollen wir ein einheitliches Logo (für Produkte vom Walachenschaf und/oder für Shirts und

  Infomaterial), wer organisiert das? Vorschläge mitbringen.

  Mittagessen

- Die Tiere der Zuchtgemeinschaft ABeZeh (Spaziergang)

- Austausch zum Stand der Zucht - Christel

- Gemeinsame Jungbockweide im Jahr 2022  

  Abendessen

- Vorstellung des Verbundprojektes „Nationales Tierwohl Monitoring, Teilbereich Schafe

  und  Ziegen“ –  Christel


Sonntag, 17.10.2021:

Gemeinsames Frühstück

- Beispiele zur Dokumentation der eigenen Zuchtarbeit  

- Homepage, Termine, Organisatorisches


  Mittagessen und Abreise



Vorbereitungen zum Thema Walachen als Rasse des Jahres 2022


Walachenzüchtertreffen  

vom 03. - 04. Oktober 2020

bei Jana und Jabo Ingerowski in Ahlerstedt, Niedersaschsen

Teilnehmer: Markus Adam, Jana  und Jabo Ingerowski, Caro Reimertz, Suzanne Demmer, Uwe Beppler, Lea Zehme, Christel Simantke, Silvia Ivemeyer

Samstag, 03.10.2020

Christel: Neues aus dem vergangenen Jahr, Stand der Zucht:

Austausch zu Eingliederung von neuen Tieren: Böcke möglichst nicht im Herbst eingliedern, gemeinsam Hänger fahren, auf frische Weide, bei Auen geht Eingliederung leichter.

Tierbestand, positiver Trend Zahlen 2020 (2019 in Klammern)

Züchter/Halter: 31 (28), davon Herdbuch 14 (13)

Auen: 369 (304), davon Herdbuch ca. 222 (ca,. 200)

Böcke: 64 (60), davon Herdbuch 29 (30)


Ein neuer Züchter in Brandenburg: Tierpark Märkisches Zentrum (6 Auen, 1 Bock O-Linie (Obaba))


Eine Züchterin gibt ihre Herde aus gesundheitlichen Gründen auf; bei einem Züchter im Saarland ist unklar ob jetzt Herdbuch umgesetzt wurde.


Anfrage aus AT (Wiener Stadtgärten) zum Walachenimport (Zuchtbock). Kontaktdaten weitergegeben. Stand der Dinge unklar.


- Bocklinien:

S-Linie, Salvo bei Gritsch; Salos (Salasch) bei Wolfgang Schmitz.

P-Linie, einige von Pan, ist Pardox-Sohn, bei Caro sind auch noch Pan-Nachkommen. Pavlov bei Jana als P-Nachzucht, Peter (Pardox-Sohn bei Manfred Fengels); Paul (Pardox-Sohn) bei Krischke

M-Linie (Moravio) neu 2020 aus tschechischer Solan-Linie.

CZ-Bocklinie Radhost, R-Linie bei Auen hat selben Ursprung, 2004 importiert, somit Genetik bei uns auch vertreten.

Gemeinsam wurde die Bock-Excel-Tabelle aktualisiert (liegt Protokoll bei)


- Auen-Linien

Ursprung der Linien 1987: D, B, M, E, T, W (M verschollen)

Import 2004: R,Z, H (H-Linie von Importtier Berg /Friesenhagen?) auch Andre und Nicole, BB hatten H;  Helene hatte Uwe von Bergs)

Import 2014: P – Linie: vier Auen von Jan Vejcic (schwarze Tiere)

unbekannt etabliert: S, K, L,, V....?

W verschollen und wieder entdeckt bei A. Gritsch und bei Klemms (PL)

 

Tierärztin Antje Hamann-Thölken: Vortrag zum Thema Tiergesundheit, Parasiten, Spurenelementversorgung


Schaf- und Ziegengesundheitsdienst, LWK NDS, Außenstelle Diepholz

 

Vortrag wird im Folgenden stichwortartig wiedergegeben:

Schaf- und Ziegengesundheitsdienst arbeitet mit Mitgliedsbetrieben in Niedersachsen

Betreuungsprogramm: 2-4x / Jahr Betriebsbesuche, regelmäßige Kotproben

Tierbeobachtung ist wichtig: systematische Beobachtung vom Kopf bis Fuß.

Kotproben so frisch wie möglich ins Labor schicken.

Probennahme: Lämmer- und Auen extra als Sammelprobe (10-15 Einzeltierproben)

bei Parasitenbefall kann erhöhte Temperatur vorkommen

Normaltemp: 38,5°C; Lämmer: anfangs 39,5-40 dann langsam weniger, bei adulten Tiere >39°Grad: Alarm

Was ist drin beim üblichen Endoparasitenbefall:

55-60% MDS

7% Leberegel

15-20% Bandwurm

30% Strongyloides (Zwergfadenwurm)

6-7% Trichuris

50% Kokzidien

2% Lungenwurm, kleiner (großer gar nicht), wenn man diesen einmal hat, wird man ihn nicht mehr los

Pansenegel

Historisch gesehen, gibt es seit den 50igern kaum Veränderung bei den Innenparasiten.

Rundwürmer -> Magen-Darm Strongyliden (Haemonchus, Ostertagia, Trichuris, Nematodirus, Sponyloides), Lungenwürmer

Bandwürmer-> Monezia

Saugwürmer -> Leberegel groß und klein, Pansenegel

Kokzidien

Großer Lungenwurm wird ausgehustet und dann wieder abgeschluckt

Durchfall: zuviel Eiweiss im Darm -> Flüssigkeit -> Durchfall

Bandwurm dockt sich im Dünndarm an und saugt

Bandwurmeier findet man nicht immer in der Kotprobe

Moosgrasmilbe ist Zwischenwirt von Bandwurm, im Stall nicht vorhanden, draussen ja.

Großer Leberegel vor allem in Weser-Ems innerhalb Niedersachsen. Kot von Leberegel befallenen Tieren ist harmlos, weil es den Zwischenwirt Zwergschlammschnecke zur Übertragung braucht. Gr Leberegel vermehren sich in der Leber, fressen an dieser und leben dann adult in den Gallengängen, sehen aus wie graue kleine Lorbeerblätter

3 Monate vom Ei zum Adulten, Adulte sind Zwitter, befruchten sich selber

Kleiner Leberegel, hat 2 Zwischenwirte eine Schnecke (im Trockenen), eine Ameise (infizierte Ameise wandert an Grashalmspitze und beißt sich dort fest, wird vom Schaf gefressen).

Leberegel können im Kot nachgewiesen werden, kann man auch über mehrere Tage sammeln, um die Chance zu erhöhen, sie nachzuweisen.

Vor allem im Herbst möglichst trockene Weiden nutzen, um dem Leberegel zu entgehen.

Falls einmal Leberegel im Betrieb gefunden, dann immer behandeln.

Kennzeichen Verwurmung am Schaf: Flaschenhals, Kehlgangödem (bei dRuck mit fingern bleiben Vertiefungen)

Kokzidien sind Einzeller, die sich in den Darmzellen durch Zellteilung vermehren, irgendwann platzt die Darmzelle, wodurch Durchfall ausgelöst werden kann. Vor allem Lämmer sind befallen. Darmschleimhaut wird mit ausgeschieden – schleimige Kothaufen.

Kokzidien sind immer da! Problem nur bei Lämmern

Risiko bei vollem Stall mit Lämmern, ab Mitte der Lammzeit herrscht hoher Druck.

Metaphylaxe: nicht jedes Lamm einzeln behandeln, sondern Lämmergruppen, um den Vermehrungszyklus zu durchbrechen.

Eine Woche nach der Entwurmung erneut Probe nehmen, nur dann sieht man den Behandlungserfolg, bzw. eventuelle Resistenzen.

Trächtigkeit: es gibt nur ein Mittel, bzw. Wirkstoffgruppe, das während der Trächtigkeit nicht gegeben werden sollte: Albendazol (gegen MDS, Bandwurm, Leberegel). Auch tragende, hochgradig verwurmte Tiere behandeln, die Behandlung selber bringt das Tier nicht um.

Dosierung: oft verschätzt man sich bei den Gewichten, genaue Dosierung ist wichtig (sowohl nach unten als auch oben).

Ein Wechsel ist nicht nur zwischen Präparatenamen, sondern viel mehr zwischen den Wirkstoffen nötig!

Strategie: „Dose and move“ (entwurmen und Fläche wechseln) ist bei Kurzzeitmitteln sinnvoll, auch bei Teilherdenbehandlung und / oder Einzeltierbehandlung.

Ganzjährige Weidehaltung für Wurmprophylaxe ist schwierig, da es keine Infektionsruhe gibt, -> hier muss noch genauer gemanagt werden.

Weidemanagement eher untergeordnete Rolle, da viele Betriebe gar nicht die Möglichkeit haben, mind. 2 Jahre Schafpause zu haben. Es gibt zudem keine wurmfreien Flächen.

Früher Weidewechsel, nicht ganz runterfressen lassen, da Larven unten sitzen.

Lämmer, die draußen geboren werden, nehmen sofort Larven auf, also nach 6 Wochen kontrollieren.

Das einzige, was dauerhaft hilft ist die Immunität der Tiere. Eine Aue ab 3 Jahren, die nicht lammt, muss man nicht mehr entwurmen. Die lammenden schon, da sie durch Geburtsstress und Leistung anfälliger sind. Lämmer haben keine Immunität, dadurch höherer Druck.

Güste Gruppe muss eigentlich nicht entwurmt werden, Altbockherde auch nicht

Sobald Lämmer dazukommen oder eine Belastungssituation, auch im Frühling wird der Druck stärker.

Auen im Sommer am besten von der Behandlung auslassen, wenn sie gut aussehen; generell auch unverdächtige Einzeltiere auslassen. Im Winter ist Übertragung oft nicht so hoch.

Zur Ablammung entwurmen ist gut, alle Lammenden! (Empfehlung Cydectin ( Cydectin Triclamox = mit Leberegeln) wenn keine Resistenzen oder Zolvix, Moxidectin)

Wirkstoffgruppen:

1.     Benzimidazole (Panacur, Systamex, Valbazen...), -> alle Wurmarten, kostengünstig, sind die ältesten Mittel, am meisten Resistenzen; K

2.     Levamisole (Ripercol, Concurat...) -> MDS, LW (cave Gewicht!), sind alte Mittel, die jetzt wieder teils wirken, jetzt wieder im Einsatz; wenn überdosiert kann man hiermit Lämmer umbringen; sehr kostengünstig; K

3.     Makrozykische Lactone (Cydectin, Dectomax/ist Doramectin, Ivomec), neuer = ca. 30 Jahre, L

4.     Monepantel (Zolvix), jüngstes Mittel, a. 10 Jahre alt, nur gegen MDS, (L); nicht dauerhaft einsetzen

2.-4. keine Bandwurmwirkung

Ziegen immer doppelte Dosis

L = langfristig,

K = kurzfristig (wirken nicht auf Stadien in der Darmwand

Leberegel: Triclabendazol, Closantel, Clorsulon, Albendazol

Mögliche Behandlungsstrategie: im Frühjahr Panacur an die Lämmer, falls nochmal, dann Levamisol, zur Aufstallung Cydectin, Zolvix nur mal dazwischen für Zukauftiere etc. Zolvix als Reservemittel lassen.

Mittelresistenzen entstehen vor allem über Zukauftiere oder über neue Flächen mit resistenten Würmern.

Quarantäne: Tiere sollen erstmal resistente Würmer ausscheiden, d.h. mind. 4 Wochen.

Auf Beipackmittel stehen nur die Würmer, gegen die das Mittel wirkt, aber nicht gegen wen es nicht wirkt!

Ivermectin wirkt nicht gegen Trichuris

Rassen sind alle gleich hinsichtlich Parasitenreaktionen, es kommt auf Haltung etc. an.

Selektion auf Scrapie-Resistenz: ARR: durch starke Selektion werden positive Eigenschaften rausgezüchtet (Robustheit, Wiederstandfähigkeit), Eigendynamik, ganze Herde genotypisiert. Sinnhaftigkeit ist also der fraglich, kann man aber kaum zurückdrehen. Genotyp 1 (ARR/ARR) ist Voraussetzung für Zucht-Importtiere, mindestens innerhalb EU). Bei Ziegen gibt es keine AR1, deshalb kann man diese nicht als Zuchttier importieren, geht nur als „Schlachttier“

Landrassen sind empfindlich auf Spurenelementmangel; Fette Schafe haben seltener Spurenelementmangel, Fleischschafe mit KF-Fütterung haben oft weniger Spurenelementmangel

Magere Herden, oft Spurenelementmangel, Anämie, schlechtere Futteraufnahme, weniger fressfreudig, wirken müde, oft anfälliger gegenüber anderen Krankheiten, Lämmerverluste, lebensschwache Lämmer, Kümmerer.

ca. dritthäufigste Todesursache: Se-Mangel, Cu-Mangel

klinisch relevant sind Cu, Se und Co (Cobalt)

Bedarf güstes adultes Tier:

Se: 0,2-1 mg/kg Futter oder 0,5mg/Tag

Cu: 5-10; 4mg/40kg KM/Tag

Co: 0,1 mg/Tag

Ca: 2g/Tag

P: 1g/Tag

Na: 2g/Tag

Mg: 1,3/Tag

Cu: Leber einfrieren, und gefroren einschicken an die TiHo, Versorgung nur über tote Tiere feststellbar. Sauglämmer nicht geeignet zur Diagnostik; am besten eine alte Aue einsenden. Leber senden an: TiHo, Institut für Tierernährung, Bischhofsholer Damm 15, 30173 Hannover (40 Euro), Achtung: Klinik untersucht billiger aber an Frischsubstanz. Ziel-Wert: 200-300 mg/ kg TS

Mangel über Mineralfutter vorbeugen ist riskant, weil es überdosiert werden kann.

Britische Rassen sind empfindlicher auf zuviel Cu.

Suffolk und Texelschafe haben eine sehr geringe Cu-Toleranzbreite

Dorper brauchen erfahrungsgemäß mehr Cu als andere Rassen

Chronische Symptome sind ähnlich bei Über- und Unterversorgung (magere Tiere etc.)

Cu-Vergiftung bei zu viel Kuhmineralfutter oder mit Schweinegülle gedüngten Flächen

Se-Mangel: Lämmer, die nicht aufstehen können, aufgezogen dastehende Lämmer. Schädigung der Muskulatur, Herzmuskel: kurzatmig Lungenmuskel.

Cu-Mangel: Lämmer, die nicht aufstehen können, Extremfall, Beeinträchtigung der Entwicklung der Hirnsubstanz, Bewegungsstörungen. klassisch: Hinterläufe, Nerven an den Hinterbeinen

Schafe können Cu nicht ausscheiden, sondern reichern es an (anders als z.B. bei Rindern und Ziegen),

klinische Symptome für Unterversorgung: Brillenbildung rund ums Augen, Haare heller,  teils auch schüttere Haar, teils etwas aufgestellt

Ziegen verarmen an Cu, wenn sie immer mit Schaffutter gefüttert werden.

Se: geht über Blutuntersuchung

Behandlung:

Se: immer mit Injektion

Boli bei Tieren ab 40kg (Ko, Se, Cu. Jod), alle ½ Jahr Bolus geben.

Se- Blutprobe kostet ca. 35 Euro, Probe reicht von 1-2 Tieren (biochemische Untersuchung)

Se-Ziel 0,8-1

Vitamin C Versorgung läuft über Pansenbakterien

Hinweis: FiBL-Merkblatt „Weideparasiten bei Schafen und Ziegen nachhaltig kontrollieren“ zum Gratis-Download (Link auf Homepage setzen?)

Schaf-Ziegen Tierärzte / Tiergesundheitsdienste

NRW: LWK-Mitarbeiterin

HES: Henrik Wagner, Uni Gießen,

THÜ: Nur Proben und Beratung, Tierseuchenkasse


Thema: Gefährdete Rasse des Jahres (GEH)

Wegen der durch Corona bedingten Ausfälle von Veranstaltungen gibt es die Überlegung, dass die 2020er Rassen des Jahres noch ein weiteres Jahr bleiben, da viele Veranstaltungen 2020 ausgefallen sind. Zudem wird die Internationale Grüne Woche 2021 nur in sehr eingeschränktem Maße stattfinden (nur Fachbesucher, keinerleit Tierausstellungen, Dauer nur 4 Tage) und damit als Auftakt für die neue Rasse des Jahres ausfallen wird. Die Walachenzüchtergemeinschaft stimmt dem Vorschlag des GEH-Beirates einstimmig zu, dass die Walachenschafe erst 2022 Rasse des Jahres werden.


Sonntag, 04. Oktober 2020

Thema: Wollbeurteilung

Wollbeurteilung von Jana’s Böcken

Durch O-Linie hat sich die Wolle verbessert.

Idee: 2022 im Jahr der Rasse des Jahres in Witzenhausen gemeinsame Sömmerung von einjährigen Jungböcken verschiedener Halter, die potentiell Zuchtböcke werden. April – September. Vorher und hinterher wiegen und beurteilen. Mit GEH (Antje) besprechen, was bei den Krainer Steinschaf an Daten erhoben wird und wie vorher entwurmt wird etc. Mit Dirk Hinrichs (Tierzuchtprofessor Uni Witzenhausen) besprechen, ob er dies begleitet, evtl. studentische Arbeit.

Diskussion über gefleckte Tiere: Jana: Gefleckte Felle sind gefragt, Jana findet gefleckte Tiere somit gut. Suzi findet es auch schade, wenn man farblich Tiere ausschließt, bei der Rassebeschreibung haben wir diese nicht als Ziel beschrieben.

Nächstes Treffen: gerne im Süden, um besseren Kontakt zu dortigen Züchtern zu halten. Aktueller Stand: da im Süden kein Züchter für einen Ort inkl. Herdenbeischtigung gewonnen werden kann, findet das kommende Treffen s ehr wahrscheinlich wieder in Witzenhausen statt.

Termin: 15.-17. Oktober 2021

Vorbereitungen Rasse des Jahres

Kalender soll hergestellt werden, hierfür müssen sehr gute Fotos erstellt werden.

Firma Schleich (Tierfiguren) hat als Kooperationspartner abgesagt, unschlüssig, ob neuer Anlauf.

gemeinsame T-Shirts mit gemeinsamem Symbol

Gemeinsame Rezeptesammlung – bitte gerne Rückmeldungen!

Thema gemeinsames Logo

Es besteht Interesse an der Nutzung eines gemeinsamen Logos, bereits vorhandene Logos werden in die Teilnehmerrunde geschickt – weitere Interessenten willkommen.

Es folgte ein intensiver Austausch über geeignete Gerbereien und über Verkaufspreise von Produkten und Tieren der jeweiligen Züchter. Da hier über persönliche Erfahrungen und vertrauensvoll über eigene Preisgestaltung diskutiert wurde, wird dieser Teil des Protokolls nicht veröffentlicht.

Für das Protokoll: Silvia Ivemeyer und Christel Simantke



Walachenzüchtertreffen 

am 28. / 29. September 2019

Ort:  DEULA-Witzenhausen GmbH, Am Sande 20, 37213 Witzenhausen

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Bericht zum Walachenzüchtertreffen vom 14. - 16.09.2018 in Riethnordhausen bei Erfurt
Teilnehmer: Jana und Jabo Ingerowski, Anke Reiffel und Tore Eidenmüller,Uwe Beppler, Suzanne Demmer, Silvia Ivemeyer und Christel Simantke.

Neben dem freundschaftlichen Treffen, fachlichen Austausch und  dem Ansehen von Tieren, war einer der zentralen Punkte des Züchtertreffens die Aktualisierung des VDL-Rassestandards  für Walachenschafe. Uwe Beppler, Silvia Ivemeyer und Christel Simantke hatten bei einem vorangegangenen Arbeitstreffen hierzu schon Vorarbeit geleistet und stellten die überarbeitete Version des Rassestandards vor. In der Diskussion mit den anwesenden Züchtern wurde die neue Rassebeschreibung abschliessend von den Anwesenden verabschiedet. In einem nächsten Schritt wird die aktualisierte Beschreibung dem VDL Rasseausschuss vorgestellt. Die massgebliche Veränderung bezieht sich auf die Beschreibung von schwarzen Walachenschafen, wie sie mittlerweile von der Slowakei ausgehend, wieder in der Tschechischen Republik und, nach einem Zuchttierimport 2014, auch in Deutschland (wieder) vorkommen. Die schwarze Vliesfarbe ist eine der ursprünglichen Farben, bei den sehr wenigen reinrassig verbliebenen Walachenschafen aus den 80er Jahren in der Tschechischen Republik war die schwarze Farbe nicht mehr im Genpool erhalten.Erst durch züchterische Aktivitäten von slowakischer Seite konnte aus dem Bestand des modernen Walachenschafes die seltenere schwarze Farbe wieder in die Population des ursprünglichen Walachenschafes eingebracht werden. Neben der inhaltlichen Arbeit gab es interessante Ausflüge zu benachbarten Betrieben, die Suzanne Demmer organisiert hatte. Unser Dank dafür an diese Stelle nochmal an Suzanne! Mit den Betrieben von Katja und Wolfgang Peter  (ca. 100 Thüringer Wald Ziegen, alle vorhanden Bocklinien werden hier gehalten)  sowie von Claudia Pössel  (Rhönschaf, 800 Muttern und 80 Zuchtböcke) wurden züchterisch sehr wichtige und sehr spannende Betriebe besucht. Mit Spannung wurde am Tag darauf die Walachenherde von Suzanne Demmer erwartet, die in Thüringen die einzige Herdbuchzüchterin dieser Rasse ist. Die ganze Züchtergruppe war beeindruckt von den Tieren und vom grossen Engagement  und Sachverstand, mit dem Frau Demmer die Walachenzucht betreibt. Der zweite besichtigte Walachen-Zuchtbetrieb war bereits in Hessen, von der Züchtergemeinschaft Antje Feldmann, Silvia Ivemeyer und Christel Simantke. Hier werden ca. 30 Muttertiere und eine Bockherde in Herdbuchzucht gehalten und  in der Landschaftspflege eingesetzt. Nur noch mit einer kleineren Züchtergruppe wurde am Montag ein Walachenzüchter im Saarland besucht, der aktuell mit gut 50 Muttertieren der grösste Züchter in DE ist, leider bislang noch nicht im Herdbuch. Hier wurde ein Tierkauf getätigt und dabei eine verschollen geglaubte, weibliche Linie wieder entdeckt. Mit dem Besuch bei dem langjährigen Herdbuchzüchter Uwe Beppler aus Mittelhessen ging das diesjährige Züchtertreffen zu Ende. Im Jahr 2019 ist ein internationales Walachenzüchtertreffen am 28. + 29. September in Witzenhausen geplant. Hierzu werden tschechische und slowakische Züchter eingeladen, ein Tiermarkt ist vorgesehen. Zudem wird der slowakische Züchter, Musiker und Folklore-Experte Karol Koczik zur Entwicklung und Tradition  der Walachenschafzucht und der dazugehörigen Hirtentradition referieren.

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Protokoll des Walachenzüchtertreffens vom Sa. 15.10.2016 in Witzenhausen/DEULA

Teilnehmer: Tore Eidenmüller, Anke Reiffel, Jana Ingerowski, Uwe Beppler, Lea Zehme, Markus Adam, Suzanne Demmer, Caro Reimertz, Christel Simantke, Silvia Ivemeyer, Arnd Ritter

Am Walachenzüchtertreffen im Herbst 2016 nahmen 13 Teilnehmer aus 4 Bundesländern teil (Schleswig Holstein, Hessen, Thüringen, Niedersachsen), fast alle sind Herdbuchzüchter.  Es wurde der zentrale gelegene Standort Witzenhausen gewählt, auch weil am Tag darauf ein grosses Tierspektakel (35-Jahr-Feier mit Poitouesel-Körung) seitens der GEH stattfand und mancher Züchter diese Termine kombinierte. Natürlich sind die Tiere beim Züchtertreffen von zentraler Bedeutung und so wurden die Teilnehmer mit einer heissen Lammgulaschsuppe und anderen Leckereien auf einer Streuobstwiese an der Deckherde von Christel Simantke begrüsst.

Eingeladen zur Beurteilung der Tiere und zur Diskussion war Arnd Ritter, Zuchtleiter und Zuchtberater des Schafzuchtverbandes Hessen und des LLH, der in guter Verständlichkeit das Zuchtwesen  vorstellte und wertvolle Informationen zur Zuchttierbeurteilung am lebenden Objekt gab: Ausgangspunkt für die Beurteilung der Walachen ist der Text der Rassebeschreibung des VDL (Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.) - Rasseschlüssel 56, WAL - , der 2011 abgestimmt wurde. Es entspann sich eine Diskussion über Zucht, Herdbuch und Formulierungen in Rassebeschreibungen. Ende 2014 wurden Walachenschafe mit schwarzem Vlies aus dem Ursprungsland Tschechien nach Deutschland importiert. Diese Farbe gilt als ursprüngliche Farbe, wie auf historischen Abbildungen zu erkennen ist. In der deutschen Rassebeschreibung wurde die Farbe jedoch nicht erwähnt, da zu diesem Zeitpunkt weder in Deutschland noch in der Tschechischen Republik schwarze Walachenschafe bekannt waren – diese kamen aus der Slowakei. Eine entsprechende Ergänzung der Rassebeschreibung wird in Zusammenarbeit mit dem Zuchtverband angestrebt. Anschliessend wurden einige Tiere aus der Herde exemplarisch beurteilt, wobei explizit auf die Formulierungen in der Rassebeschreibung eingegangen wurde. Arnd Ritter erläuterte die Methode der Tierbeurteilung: Wolle / Erscheinung / Bemuskelung/ (W-E-B) den Aufbau des Wollvlies, Glanz, einzelne Faserarten und wie diese zur Beurteilung der Wollnote beitragen. Unterwolle muß in genügender Menge vorhanden sein, Glanz der Wolle und Gleichmäßigkeit zwischen Schulter, Rippe und Keule tragen zur guten Beurteilung bei; fehlfarbene Wollpartien und / oder –fasern führen zu Abwertung. Zur Erscheinung gehören neben dem Gesamtbild die Hornform, Zahnstellung, Hoden, Zitzen, Beinstellung. Ein öfter benannter Schwachpunkt bei der Beurteilung des Walachenschafs ist die lange und damit zu weiche Fessel (Durchtrittigkeit). Insbesondere beim Zuchtbock sollte darauf geachtet werden, dass in diesem Bereich Verbesserung geschaffen wird. Der aus CZ importierte Bock der O-Linie schnitt dahingehend positiv ab. Die Bemuskelung wird manchmal bei den einfachen Landschafen gar nicht bewertet, ansonsten über Rippengriff und Rückengriff festgestellt. Gesprächsbedarf ergab sich insbesondere bei den Merkmalen Wollfarbe und Hornform.

Nach diesen für alle Züchter sehr spannenden und zu Diskussionen führenden Demonstrationen, wurde der Standort an die DEULA in Witzenhausen verlegt. Christel Simantke berichtete von Ergebnissen des mehrjährigen Zuchtprojektes des GEH, das sie für die Walachenschafe bearbeiten konnte. Ziel des Projektes war es, mehr Informatioen über die seit 1986 in Deutschland heimische Walachenpopulation zu erfahren, sowie Kontakte ins benachbarte Ausland zu knüpfen um einen Erfahrungsaustausch mit Züchtern in der Tschechischen Republik, der Slowakei und ggf. Rumänien zu pflegen. Im Zuge dessen wurden während der Projektlaufzeit Züchter in Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und in Rumänien aufgesucht und annähernd 400 Schafe und ca. 50 Böcke gewogen, vermessen, sowie 208 Wollproben (1 bis 3 Proben von 75 Tieren) und 79 Ohrstanzproben zur Bestimmung der genetischen Substanz entnommen.

Nach der Berechnung der genetischen Distanz (phylogenetische Stammbäume) zeigte sich eine sehr enge Verwandtschaft der tschechischen und deutschen Tiere, was nachvollziehbar ist, da die deutschen Ursprungstiere aus 1987 aus Tschechien eingeführt wurden und 2014 ein Tiertausch mit Tschechien stattfand. Zu den beprobten slowakischen Walachenschafen besteht im. Durchschnitt eine etwas grössere Distanz und zu den rumänischen Tieren (allerdings nur drei Proben) wurde die relativ gesehen entfernteste Verwandtschaft zur deutschen Population festgestellt. Keines der beprobten Tiere stand so weit ausserhalb der Gesamtpopulation, dass man von einer Fremdeinkreuzung ausgehen müsste.

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Uwe Beppler berichtete im Anschluss in einer kurzen Fotostrecke über den Import von Zuchttieren im Dezember 2014: um die genetische Enge der überwiegenden Zahl der Zuchttiere etwas aufzubrechen, erfolgte im Dezember 2014 der Import von vier tschechischen, schwarzen Auen und einem weißen Bock einer neuen Bocklinie.

Der zum Zeitpunkt des Züchtertreffens aktuelle Stand der Walachenschafzucht in Deutschland, soweit der GEH bekannt: 35 Züchter / Halter davon 11 im Herdbuch.

•    Ca. 485 Muttertiere, 60 Böcke (160 Muttern, 25 Böcke HB)

•      1 Melkbetrieb, sonst überwiegend Landschaftspflege

•        Herdbuchzuchten in Bayern (1), Brandenburg (1), Hessen (3), Niedersachsen (2), NRW (1), (Rheinland-Pfalz 
         (1), Schleswig-Holstein (2)

Die Internetseite www.walachen-schafe.de wird durch einen neuen Auftritt, der von Anke Reiffel betreut wird, abgelöst. Informationen zu den Walachenschafen sind jetzt hier zu finden: www.walachenschaf-züchter.de

Das Zuchtprogramm "Chromosoft" in dem bislang der überwiegende Teil der deutschen Walchenschafe geführt wird (neben den Herden, die im Herdbuch geführt sind) wird einheitlich als sehr aufwändig betrachtet. Die Eingabe der Zuchttierdaten muss geleistet werden und der/die Verantwortliche ist auf die Daten der ZüchterInnen angewiesen - die Praxis zeigt, dass der Fluss der Informationen große Lücken aufweist und damit das Projekt insgesamt fragwürdig ist. Hinzu kommen Kosten von jährlich ca. 500 €. Chromosoft wird nicht weiter genutzt.

Der Veranstaltungstag klingt bei einem Abendessen, gemeinsam mit den Gästen des 35-jährigen GEH-Jubiläums, aus.